Ein Saal im königlichen Palast. König und Königin sitzen auf
ihrem Thron, Hofdamen tuscheln über die neusten Geschehnisse. Mittendrin
streiten sich zwei junge Damen über das schlechte Benehmen der anderen,
die unübersehbare Warze des Königs und um die Liebe eines Mannes.
Nein, es ist keine Szene aus einem der uns bekannten Königshäuser,
sondern eine aus Jean Giraudoux Theaterstück „Undine“, das diesen Sommer
von der Theater-Ag aufgeführt wurde.
Die Geschichte erzählt vom edlen Ritter Hans ( Conrad Mayntz) der eines
Tages auf den Wassergeist Undine ( Sarah Pluschke und Sarah Nagler) trifft und
sich in sie verliebt. Dies wäre auch nicht weiter tragisch, wenn nicht
seine Verlobte, die Gräfin Berthalda (Janina Rehfisch), auf ihn warten
würde. Aber auch Undines Onkel, der mächtige Wasserkönig (Marvin
D’Oppong), ist nicht sehr erbaut über ihre neue Liebschaft. Er will Undine
nur gehen lassen, wenn sie mit ihm einen Packt schließt: Sobald Hans sie
betrügt, wird er sterben und sie ihr Gedächtnis verlieren und zu ihrem
Onkel zurückkehren.
Zurück bei Hofe trifft Hans jedoch wieder auf Berthalda und wird seiner
jetzigen Frau untreu. Trotzdem versucht Undine alles was in ihrer Macht steht
um den ahnungslosen Hans vor seinem Tod zu retten, aber vergebens: er stirbt
in ihren Armen.
Im September 2000 begann die Theater-AG in neuer Besetzung, rund 20 Personen,
mit den Proben für dieses Stück, schließlich gab es viel zu
tun. Denn neben den vielen Schauspielproben mussten das Plakat entworfen, Kostüme
ausgesucht und genäht und Photos für die Bildprojektion am Ende des
Stücks gemacht werden.
Ebenfalls brauchten wir die richtige Musik und natürlich ein passendes
Bühnenbild.
Ja, und da gab es dann die glorreiche Idee, die drei Nixen (Maike Preuß,
Sylvia Glauer und meine Wenigkeit) aus dem „Loch“ im Aula-Boden erscheinen zu
lassen. Gesagt, getan! Das Loch der ursprüngliche Souffleurkasten - wurde
so gut es ging gesäubert, und da saßen wir nun, den ganzen 1.Akt
über eingebettet in Kissen und ausgestattet mit Milka – Schokolade und
grünen Äpfeln. Und dann kam Frau Nienhaus die Idee: Rauch und Nebel!!!
Demnach saßen wir dort nicht nur halbnackt und frierend, sondern auch
noch reichlich benebelt. Dafür wurden uns dreien, wegen unserer grandiosen
Position im Aula-Boden, einige kleine, aber höchstwichtige Aufgaben zugetragen!
So wurde „Undine“ immer daran erinnert zu lächeln und ihren „Hans“ anzuhimmeln,
und sogar Gegenstände wuchsen wie von Geisterhand aus dem Boden.
Im Juni 2001 war es dann soweit: der Tag der Premiere rückte unweigerlich
näher. Langsam aber sicher waren die Proben nicht mehr so lustig wie gewohnt;
die Nervosität stieg - und nicht nur bei den Hauptdarstellern und Darstellern.
Auch Frau Nienhaus hätte das ein oder andere Mal Nerven aus Stahl gebrauchen
können („Ich bringe dich um, Marvin, wenn alles vorbei ist!!!“). Doch nachdem
die letzten Proben mehr oder weniger chaotisch gelaufen waren (ML: „Das war
mein Einsatz, oder???“- Ja das WAR er...!) und auch die Generalprobe geschafft
war, freuten sich alle um so mehr über das Erreichte und auf die Aufführungen!
Und der ganze Stress hatte sich letztendlich gelohnt, denn das Ergebnis einer
knapp 3-stündigen Aufführung konnte sich sehen und hören lassen!!!