Als Lukas kam
oder: Eine neue Dimension für unsere Bühnenbilder

„Wir brauchen unbedingt einige Stufen für den Chor.“ – „Sollen wir die Säulen von Undine und Shakespeare wieder benutzen?“ – „Aber dann brauchen wir noch mehr Teppichröhren.“ Das war der Stand der Überlegungen zur Bühnendekoration von Gott, dem in Griechenland spielenden neuen Theaterstück der Theater-AG zum Zeitpunkt, als Lukasz auftauchte. (Schuljahr 2002/2003) Und da wurde alles ganz anders.

Natürlich haben wir in den letzten sechs Jahren immer gute Bühnenbilder gehabt – aber eben normal gut für ein ganz normales Schultheater mit bescheidenen handwerklichen und finanziellen Möglichkeiten. Was Lukasz uns aber jetzt auf die Bühne gestellt hat, übertrifft alles bisher Dagewesene: Ein griechischer Tempel mit vier Säulen, deren Kapitelle die Säulen-Andeutungen in der Aula nachahmen, und eine mehrstufiges Amphitheater. Alles aus Pappe, Holz, bemalter Leinwand, in mühevoller, stundenlanger Kleinarbeit selbst geplant und konstruiert. Und natürlich muss der Tempel ein Dach haben, auf dessen Giebel sich - passend zur Chaos-Comedy von Woody Allen – Asterix, Obelix und die Römer tummeln. Die Gott-Maschine muss verdeckt werden? Nicht mit einem simplen schwarzen Vorhang, oh nein, eine Wand muss her, und die wird nicht einfach bemalt, sondern dunkel grundiert, mit Styropor-Platten als Mauersteinen beklebt. Und ganz zum Schluss werden noch alle Ansatzstellen verdeckt und versteckt, sogar die hässlichen Glühbirnenöffnungen in der Bühnendecke, die mich seit Jahren stören .....

Es ist klar: Hier ist jemand mit höchsten Ansprüchen am Werk, der außerdem über beachtliche technische, künstlerische und handwerkliche Fähigkeiten verfügt. Lukasz Lamla kommt aus Polen und ist erst seit kurzer Zeit in Deutschland und am Thomaeum – für uns ein Glücksfall, dass er sozusagen im Theater groß geworden ist (seine Mutter ist Schauspielerin) und so alle Tricks kennt. Wer eine der Gott-Aufführungen gesehen hat, weiß, wie täuschend echt so ein Bühnenbild aussehen kann .... Und das ist nicht nur ein schöner Anblick für’s Publikum, sondern auch für die Darsteller auf der Bühne eine große Hilfe beim Schaffen der richtigen Stimmung für das Stück. Gleiches lässt sich auch für die beiden weiteren Stücke sagen, bei denenLukasz für die Bühnendekoration zuständig war: Cash on Delivery und Frühlingserwachen. Und für die Acht Frauen hat er zumindest noch das Sofa gebaut!
Vielen Dank, Lukasz, und viel Glück bei Der Fortsetzung deiner Schullaufbahn in Polen!

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