Currywurst mit Pommes (2004)


Das Erste, was mir zu dem Thema Currywurst mit Pommes einfällt, sind die ganzen Pannen, die teilweise zu den schönsten gehören, die ich beim Theater mitbekommen habe. Z.B. als Sabri Aniela über die Schulter genommen hat und diese erst mal losquiekte.... Auch gut waren die Kostümierungen im 90er-Jahre-Stil. Besonders kommt mir da das Bild von Lukas als Vater mit dieser riesigen Hornbrille und diesem Trainingsanzug hoch ... (leise grins.....nun gut, ich sah auch nicht viel besser aus....).
Das einzige Negative für mich bei dem Projekt: Das Wetter... kalt ... nass... und das im Juni... das hätte nicht sein müssen. (Marietheres)

Unsere dritte Produktion im Schuljahr 2003/2004 (mit dem Untertitel "Satirische Momentaufnahmen am Rand einer deutschen Autobahn" , von Frank Pinkus und Nick Walsh) geriet zum Pommes-Spektakel: Vor, auf und hinter der Bühne im PZ und Pausenhalle wurden eifrig Pommes und Currywurst gefuttert - auch wenn die mit der Zubereitung beauftragten Profis dem Ansturm am ersten Abend nicht besonders schnell gerecht wurden. Dazu gab's zuerst Musik vom Band, später dann von der Currywurst-Band (David Adler, Tim Hofer und Jakob Kurpierz).

"Das Stück hat mir echt Spaß gemacht! Jede einzelne Szene war sehr lustig und hat allen Beteiligten Freude bereitet. Vor allem haben wir zu Beginn eine gute Auswahl der einzelnen Szenen getroffen und somit das Stück ideal zusammengesetzt. Sehr schön war es auch, all die 'Neuen' dabei zu haben, die ihre Rollen sehr gut gespielt haben. Schade nur, dass das Wetter zum Schluss nicht mitgespielt hat. Aber wir haben das Beste draus gemacht und konnten im PZ noch mehr Besucher unterbringen. Und die Idee mit dem Pommesstand war sehr gut!" (Lukas)

Die Stimmung war - trotz erwähnter Verzögerung - gut, und so kamen die 24 Darsteller von Klasse 8 bis zur Jahrgangsstufe 12 schnell in Fahrt. Sie verkörperten allerhand skurrile Typen, die an Pennys Hansi-Bar, einer Pommesbude auf einer Autobahnraststätte, nacheinander auftauchen: so z.B. die Familie, die den Opa loswerden will, die alternativen Lehrerinnen (Ähnlichkeiten mit lebenden Personen waren nicht zufällig, sondern beabsichtigt...), die gestressten Manager ("Wo ist mein Handy?" - "Meine Aktentasche ist weg!"), die frechen Kinder, die sächselnden Ossis (sehr echt dank Herrn Lehmanns ausdauerndem Sächsischunterricht) die prolligen Fußballfans (übrigens von Mädchen gespielt) .... Alles reichlich überzeichnet und etwas schräg, auf jeden Fall aber nicht ernst gemeint. Das wurde ganz deutlich, als Figuren aus vergangenen Produktionen an passenden Stellen über die Bühne liefen: Mr. Jenkyns aus "Cash on Delivery", die kreischenden "Hexenjagd"-Mädels, sogar der Astronaut aus "Porträt eines Planeten", das Dienstmädchen aus der "Kahlen Sängerin", das gleichzeitig Sherlock Holmes war, usw. Gegen Ende der Pause wurde das Publikum dann vollends verwirrt durch den Auftritt eines Penners im PZ - bei Walter Weitz' Currywurst-Rap zu Beginn des 2. Teils zerstreuten sich allerdings die Bedenken einiger besorgter Besucherinnen. Nun traten die Personen des ersten Teils noch einmal auf, aber nach drei Wochen hatte sich einiges getan - neue Paare hatten sich gebildet; schließlich steuerte alles aufs Happyend hin: Pommesbuden-Chefin Penny hatte im Lotto gewonnen - die Gelegenheit für unser Blumenkind aus "Viel Lärm um nichts", seinen Erfolg zu wiederholen.

"Für mich als Souffleuse war das Stück eine besondere Herausforderung, weil so viele verschiedene Charaktere eine Rolle spielten und ich mich ständig auf die wechselnden Personen einstellen musste. Des weiteren konnte ich im Publikum sitzen, was sonst nicht üblich ist ...." (Alina)

Dieser schrille Bilderbogen war geradezu ideal als Spielraum für Neueinsteiger - verschiedene Rollen waren auszuprobieren, und für jeden in dieser großen Gruppe war etwas dabei. Das ist gar nicht so einfach, denn Stücke für mehr als 20 Personen gibt es nicht so viele, schon gar nicht für so viele Mädchen. Zum Glück konnten wir drei Herren für Gastrollen gewinnen, die in diesem Jahr bereits in anderen Stücken auf der Bühne gestanden hatten (Tobias Hahn, Jakob Kurpierz, Conrad Mayntz).

Trotz anfänglichen Schwierigkeiten bei den Proben hatte ich doch sehr viel Spaß bei den Proben. Besonders gefiel mir bei den Aufführungen, das Vergnügen des Publikums zu beobachten. Das freut mich auch jetzt immer noch am meisten.
(Martin)

Ein weiterer Vorteil des Stücks: Es sollte uns einen weiteren Spielort eröffnen: die Pausenhalle - da haben wir auch trotz Winterkälte im Juni fleißig geprobt. Aber ab der Generalprobe blieb uns dann doch nichts anderes übrig, als ins PZ umzuziehen, zum einen wegen des jetzt zwar warmen, aber reichlich nassen, gewittrigen Wetters, zum anderen, weil wir die große Nachfrage nach Karten sonst nicht hätten erfüllen können. Einen Vorteil hatte dieser Ortswechsel: wir mussten unsere liebevoll konstruierte Pommesbude (eine besonders Dankeschön gebührt unserem Baumeister Jan Meudt!) nicht jedes Mal wieder auf- und abbauen. In diesem Zusammenhang muss ich der Truppe ein großes Lob aussprechen: in den Tagen zuvor ging diese leidige Arbeit unerwartet schnell vonstatten, weil viele angepackt und blitzschnell alles weggeräumt haben. Und damit wieder einmal deutlich wird, wie viele Menschen eigentlich an so einer Produktion beteiligt sind, seien hier die Mitwirkenden aufgeführt:
Auf der Bühne waren zu sehen:
Marie Ackermann,Susanne Barbian, Jan Sabri Cetinkaya, Vera Effmert, Christopher Ginders, Christin Große-Venhaus, Lukas Hahn, Tobias Hahn, Christina Hanzen, Silvana Hauprich, Tim Hofer, Jasmina Krüger, Jakob Kurpierz, Tatjana Leenen, Cornelius Lehmann, Christine Lieberknecht, Anna Lommetz, Conrad Mayntz, Marietheres Mühle, Janina Refisch, Mona Riedel, Rebecca Schieferstein, Katharina Stihler, Aniela Tenhaef, Martin Thönes, Fabienne van der Rydt, Walter Weitz, Sophie Wolters, Joana Zenker.
Für das ganze Drumherum waren viele liebe Menschen zuständig, denen ich an dieser Stelle noch einmal herzlich danke:
Christoph Adler (Organisation, Aufbau); Sarah Pluschke (Dramaturgie-Hilfe); Therese Grohnert (Plakat/Flyer/Wandbild); Udo Schieferstein (Plakat-Foto); Annika Fritzsche (Zusammenstellung der Kostüme); Jan Meudt mit Annika Fritzsche, Therese Grohnert, Sophie Wolters, Christin Große-Venhaus, Christina Hanzen, Mona Riedel, Stefan Thönes (Bauen + Basteln); David Adler, Tim Hofer, Jakob Kurpierz,, Walter Weitz (Musik); Christian Hensel, Christian Preuß (Licht/Ton), Alina Hoffmann (Souffleuse); Therese Grohnert, Maren Hütter, Catja Siemes, Stefan Stihler (Maske); Janina Refisch (Regieassistenz.
Und natürlich gab es viele weitere Helfer hinter den Kulissen für die Jobs in letzter Minute:
Gerda Beer (Organisation), Dietrich Augstein (Stabilisierung), Stefanie Dams-Steffens (Stehtisch), Christoph Maruschek (Nonnenkostüme), Birgit Refisch (Brat-Hilfe), Marion Pluschke (Aushilfssoufflieren).
Brigitte Nienhaus

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