Streitschlichter

Es gibt wohl keine Schule, die ganz ohne Konflikt, Aggression, Gewaltbereitschaft funktioniert. Aber wenn es gelingt, die Handlungskompetenz in Konfliktlösungsstrategien zu steigern, dann kann dies die Atmosphäre einer Schule entscheidend verändern.

Mit dem Ziel die "Streit-Kultur" am Thomaeum zu verbessern werden seit 2003 regelmäßig (alle zwei Jahre) Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen zu Streitschlichterinnen und Streitschlichtern ausgebildet.

Die Ausbildung erfolgt zunächst in einem zweitägigen Blockseminar gefolgt von 5 Übungsnachmittagen unter Supervision des Ausbilders, um den Schlichtungsablauf und die dazu notwendigen Regeln zu trainieren und zu festigen und sich intensiv mit der eigenen Rolle als Schlichterin bzw. Schlichter auseinanderzusetzen.

Zur Ausbildung gehört:

  • die Vermittlung einzelner Kompetenzen wie sich gut und akzeptabel mitzuteilen, aktives Zuhören, GesprÄchstechniken, Gefühle erkennen und benennen können
  • die Förderung von Kooperationsfähigkeit, Toleranz und Verständnis für verschiedene Standpunkte und Positionen, Einfühlungsvermögen, Selbstbehauptung ohne den Einsatz von Körperkraft
  • die Einsicht in Konfliktabläufe und das eigene Konfliktverhalten
  • das Erlernen des Schlichtungsablaufs und der Regeln der Schlichtung
  • die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle als Schlichter/in

Der aktive Einsatz der Streitschlichter/innen wird durch eine Art Supervision und ein weiterführendes Methodentraining im jeweils auf die Ausbildung folgenden Schuljahr weiter begleitet und ergänzt.

Mit welchen Problemen kann man sich an die Streitschlichter/innen wenden?

  • Probleme zwischen Freunden/Freundinnen
  • Ärger auf dem Schulhof
  • Konflikt mit Klassenkameraden
  • Von Mitschülern /-schülerinnen geärgert werden
  • Beleidigungen

Es kann natürlich auch Konflikte geben, da können die Streitschlichter/innen nichts ausrichten, da muss die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer eingeschaltet werden. Es würde hier zu weit führen genau zu beschreiben, wer wann zuständig sein oder informiert werden muss.

Im Normalfall gilt aber, dass das, was im Rahmen der Streitschlichtung besprochen wird, der Schweigepflicht unterliegt, d.h. es darf von den Streitschlichtern und -schlichterinnen nicht an Dritte weitererzählt werden, auch nicht den Lehrern oder Eltern. Lediglich die Lehrkraft, die die StreitschlichterInnen betreut, hat gegebenfalls Kenntnis vom ein oder anderen Fall, um den Jugendlichen Hilfestellung beim weiteren Umgang in einem Konfliktfall geben zu können. Aber auch sie unterliegt der Schweigepflicht.

Im Frühjahr 2017 wurden 30 neue Streitschlichterinnen und Streitschlichter ausgebildet. Mit den verbliebenen "alten" StreitschlichterInnen stehen der Schule damit im kommenden Schuljahr 38 Jugendliche für diesen Dienst zur Verfügung. Die Jugendlichen haben sich in Teams von 5 bis 6 Personen zusammengefunden, die jeweils einer Klasse der Jahrgangsstufen 5 und 6 fest zugeordnet sind.

Zu Beginn des neuen Schuljahres werden sie sich "ihren" Klassen vorstellen, denn sie werden nicht nur bei Konflikten helfen, sondern stehen den Klassen auch als Klassenpaten zu Verfügung. Damit die Klassen "ihre" Paten besser kennenlernen und einen unkomplizierten Zugang zu ihnen finden, werden die Paten zudem nach Möglichkeit und Absprache mit den Klassenlehrerinnen an einem Tag der Woche in der 2. großen Pause im Klassenraum präsent sein. Sie sollten darüberhinaus bei auftretenden Konflikten angesprochen werden, so dass ein Termin für ein Schlichtungsgespräch im Streitschlichterraum vereinbart werden kann.

Es sind in der Regel auch die Klassenpaten, die beim Martinszug die Klassenlehrerinnen bei der Betreuung der Klasse unterstützen oder je nach Bedarf bei Spielenachmittagen oder Eltern-Kind-Treffen "ihrer" Klasse mitwirken.

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