Begabtenförderung

Begabtenförderung

Als Maßnahme zur individuellen Förderung bieten wir allen Schülerinnen und Schülern in der Erprobungsstufe die Wahl eines Nei­gungsfaches an (vergleichbar dem Wahlpflichtunterricht in der Mittelstufe).

Im Sinne des Fördergedankens sollten die Kurse in der Regel nicht mehr als 25 Schüler/innen zählen. Andererseits muss eine Mindestteilnehmerzahl von etwa 15 erreicht werden, damit ein Kurs eingerichtet werden kann (Ausnahme: Streicher-Ensemble). Das Lernen in diesen „Neigungskursen“ ist auf eigenes Erfahren, Entdecken und Erleben gerichtet und beinhaltet immer auch die eigene Präsentation des Erarbeiteten, sei es in Form einer Ausstellung, eines Konzertes, Wettbewerbbeitrags oder Vortrags. Die erbrachten Leistungen werden auf dem Zeugnis bescheinigt, sind aber nicht versetzungswirksam.

Die Wahl von Neigungskursen ist nicht verbunden mit einem schriftlichen Diagnoseverfahren, sondern erfolgt nach einem anlassbezogenen Gespräch mit der Schulleitung beziehungsweise den Erprobungsstufenkoordinatoren im Rahmen der Anmeldung.

Bei der Anmeldung (beziehungsweise zu Beginn des Schuljahres) entscheidet sich das Kind mit seinen Eltern, ob es ein solches Angebot wählt oder nicht. Da der Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule mit vielfältigen Veränderungen und Anforderungen verbunden ist, ist es selbstverständlich auch völlig in Ordnung, wenn man auf dieses zusätzliche Angebot verzichtet. Die Wahl oder Nicht-Wahl eines Neigungskurses hat keinen Einfluss auf die Zusammensetzung der Klasse.

Belegt das Kind einen „Angleichungskurs“ (in Deutsch in den Klassen 5/6 oder in Englisch in der Klasse 6), so ist die Teilnahme an einem „Neigungskurs“ in der Regel nicht möglich.

Für das Schuljahr 2017/18 bieten wir die folgenden „Neigungskurse“ an

Wir entdecken die
NATUR
(Biologie/Chemie/Physik)
Wir machen
MUSIK
Wir erschaffen
KUNST
  • Papier, Flugkörper
  • Spurensuche
  • Wetter
  • Im Reich der Sinne
  • In der Küche
  • Salz
  • Gesundheit
  • Farben
  • Kinderchor
  • Geige,
    Cello,
    Bass
  • Plastisches Gestalten
    (kunsthandwerkliches Arbeiten, zum Beispiel Töpfern)
  • Fackelbau für den Martinszug
  • Alle Schüler, die einen Neigungskurs wählen, erhalten in diesem eine Stunde zusätzlichen Unterricht in der Woche.

    Damit diese Förderung Nachhaltigkeit erfährt, bieten wir nach Ablauf der Neigungskurse den Schülern vielfältige Möglichkeiten an, ihre Grundbildung wirkungsvoll zu vertiefen:

    Naturwissenschaftliche
    Neigungskurse
    Musische Neigungskurse
    Musik Literatur Kunst

    • Naturwissenschaftlicher Schwerpunkt im Wahl-pflichtbereich:
      Umwelttechnik
      Informatik

    • Naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaften:
      Science Club
      Solar-AG

    • Wettbewerbe:
      Jugend forscht – Schüler experimentieren
      Känguru (Mathematik)
      biologisch
      Chemie entdecken
      freestyle physics
      „Olympiaden“ (Mathematik, Biologie, Physik, Chemie)

    • Oberstufe:
      LK Mathematik
      LK Biologie
      LK Physik
      LK Chemie
      LK Informatik

    • Orchester

    • Wettbewerbe: Jugend musiziert

    • Oberstufe:
      Chor
      Orchester

    • Oberstufe:
      LK Musik

    • Theater-AG

    • Lesewerkstatt

    • Wettbewerbe:
      Schreiben

    • Oberstufe:
      Literaturkurs
      LK Deutsch

    • Medienkunde

    • Oberstufe:
      LK Kunst

    Alle Maßnahmen der äußeren Differenzierung („weiterer Unterricht“ und Arbeitsgemeinschaften) werden auf dem Zeugnis bescheinigt. Außerdem werden diese Maßnahmen in den Förder- und AG-Passeingetragen, der Schülern, Eltern und Lehrern einen Überblick über die Aktivitäten von Klasse 5 bis 9 bietet.

    Schwerpunkte der Neigungs- und Begabungsförderung im Detail:

    1. Der naturwissenschaftliche Neigungskurs:

      Besonders lernfreudige und an naturwissenschaftlichen Fragestellungen interessierte Kinder haben die Möglichkeit, in den Klassen 5 und 6 das naturwissenschaftliche Profil zu wählen.

      Die Naturwissenschaften prägen die heutige Gesellschaft durch den raschen und enormen Wissenszuwachs, aber auch durch ihren besonderen Umgang mit Wissen. Sie zeichnen sich durch systematische und rationale Verfahren aus, mit denen Wissen gewonnen, geprüft, mitgeteilt und diskutiert wird. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse und ihre Anwendungen schaffen die Grundlage für Innovationen, die alle Lebensbereiche berühren. Sie stellen eine unverzichtbare Wissensbasis bereit für Entscheidungen über die Gestaltung unserer Lebensbedingungen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung unserer Welt. Naturwissenschaftliche Grundbildung ist somit eine wesentliche Voraussetzung für die aktive Teilhabe an unserer von Naturwissenschaften und Technik geprägten Kultur und für eine lebenslange Auseinandersetzung mit einer sich verändernden Welt.

      Das Interesse am naturwissenschaftlichen Experimentieren, Arbeiten und Denken kann also kaum früh genug geweckt werden. Je jünger die Schülerinnen und Schüler sind, desto größer ist oft die Begeisterung. Im Mittelpunkt dieses Faches stehen faszinierende Schülerexperimente und fächerübergreifende Projekte, die das Beobachten von Naturphänomenen, das Heranführen an naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen und selbstständiges Lernen ermöglichen. Ziele sind:

      • das Wecken von Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen
      • das Staunenlernen über Naturphänomene
      • die Freude am Experimentieren
      • die Schulung genauen Beobachtens und Protokollierens
      • genaues, konzentriertes Arbeiten nach Anleitung
      • die Förderung von experimentellem/handwerklichem Geschick
      • die Förderung des selbstständigen, entdeckenden Lernens
      • das Üben von sach- und adressatengerechtem Präsentieren von Arbeitsergebnissen
      • die Förderung des kooperativen Lernens in einer Arbeitsgruppe

      Interessierte Schülerinnen und Schüler können das naturwissenschaftliche Profil im Bereich des regulären Unterrichtes fortzusetzen: Im Wahlpflichtbereich der Klassen 8 und 9 werden Informatik und Umwelttechnik angeboten; in der Sekundarstufe II sind alle naturwissenschaftlichen Fächer als Grund- und Leistungskurse wählbar.

    2. Lernen in Arbeitsgemeinschaften (mit dem Schwerpunktbeispiel: Theater)

      Einen zweiten Schwerpunkt der Neigungs- und Begabungsförderung stellt das erweiterte Lernen in Arbeitsgemeinschaften dar. Zahlreiche Arbeitsgemeinschaften in verschiedenen Bereichen (Sprachen, Theater, Musik, Gesellschafts- und Naturwissenschaften, Kultur und Sport) bieten die Möglichkeit, individuellen Interessen nachzugehen und besondere Begabungen zu entwickeln. Einzelne Arbeitsgemeinschaften werden von Schülern und Eltern geleitet. Über die Bescheinigung auf dem Zeugnis hinaus werden alle Maßnahmen der äußeren Differenzierung in den Förder- und AG-Pass aufgenommen und mit einer qualifizierenden Aussage bewertet.

      Eine herausragende Bedeutung kommt dabei dem Theaterspielen an unserer Schule zu. Frau Nienhaus, die für diesen Bereich die Verantwortung trägt, fasst die Bedeutung dieses Angebotes zusammen: Aus den ersten zaghaften Versuchen (mit sechs Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 und 10 im Sommer 1996) entwickelte sich eine eigene Theaterreihe mit mindestens drei Produktionen pro Schuljahr (mit bis zu 80 Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 8 bis Q2/13). Dazu gehört immer ein Theaterprojekt der eigentlichen Theater-AG. Daran können alle Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse teilnehmen. Seit Jahren muss diese Gruppe geteilt werden, da sich mittlerweile zwischen 50 und 60 Teilnehmer/innen dazu anmelden.

      Natürlich sind die Aufführungen wichtig. Man braucht ein Ziel, auf das man hinarbeitet, und ein Ergebnis, mit dem man sich identifizieren kann – aber der kreative Prozess ist mindestens genauso bedeutsam. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich Schülerinnen und Schüler intensiv mit Theater und Literatur beschäftigen, sich ausdauernd mit allerlei Schwierigkeiten auseinandersetzen und sie zu lösen versuchen. Im Laufe eines Jahres passiert dabei eine Menge, sowohl in der Entwicklung der darstellerischen Leistung als auch in der Persönlichkeitsentwicklung. Und deshalb ist es auch wichtig, schon in der Mittelstufe ein solches Angebot zu machen, das allen, die es wollen, das Theaterspielen ermöglicht. Theaterspielen kann zur Persönlichkeitsentwicklung erheblich beitragen: in eine andere Rolle schlüpfen, Verhaltensweisen ausprobieren, die im Alltag unmöglich sind, oder Gefühle ausdrücken, an die man sich im wirklichen Leben kaum heranwagt – es ist spannend mitzuerleben, wie sich die Einzelnen im Laufe eines Jahres in ihrer Rolle und auch insgesamt entwickeln. Da gibt es immer wieder Schülerinnen und Schüler, deren Lehrer sie nicht wieder erkennen, wenn sie sie auf der Bühne erleben. Und oft, wenn auch nicht immer, führt diese Erfahrung zu gesteigertem Selbstbewusstsein, größerer Sicherheit, was sich durchaus auch auf den Unterricht auswirken kann. Und Veränderung lässt sich auch in der Gruppe feststellen, in der Zusammenhalt entsteht, sich Toleranz gegenüber anderen entwickelt.

      Um diesen Prozess geht es mir: zulassen, dass etwas entsteht; sich selbst ausdrücken; gemeinsam mit anderen etwas gestalten; Literatur lebendig erleben – mit viel Freude und Spaß, aber auch mit Ausdauer und harter Arbeit.

    3. Das „Drehtürmodell“ und Wettbewerbsprojekte

      Eine Möglichkeit des erweiterten Lernens bietet das so genannte Dreh­türmodell. Dieses bedeutet, dass begabte Schüle­rinnen und Schüler in einzelnen Fächern stun­den­weise vom Klassenunterricht entbunden sind und in dieser Zeit ein Thema ihrer Wahl vertieft bearbei­ten können. Dies kann ein Referat, aber auch ein Wett bewerbs­beitrag oder eine besondere Leistung inner­halb einer Arbeitsgemeinschaft sein. Die betref­fenden Schüler werden dabei durch einen Lehrer ihrer Wahl (Mentor) begleitet und beraten. So soll vertieftes individuelles und zuneh­mend selbstständi­ges Lernen gefördert werden.

      Die Schüler führen ein Lernjournal, in dem sie das Thema, die geplanten Ergebnisse und die Planung des zeit­lichen Ablaufs eintragen müssen. Außerdem müssen darin die in der Stammklasse versäumten Unterrichtsstun­den und die währenddessen geleistete Eigenarbeit festgehalten werden. Alle vierzehn Tage muss in einem Zwi­schenbericht dargelegt werden, was in der Zeit erledigt wurde und was für die Folge­zeit geplant ist. Das Tage­buch wird regelmäßig von dem betreuenden Lehrer kontrolliert. Die Ergebnisse der Arbeit werden entweder im Unterricht der eigenen Klasse oder in einem anderen Kreis präsen­tiert, mit dem Mentor besprochen und von ihm beur­teilt.

      Besonders begabte und belastbare Schülerinnen und Schüler können ab der 6. Klasse auch zwei Fremdsprachen gleichzeitig erlernen. Statt vier Unterrichtsstunden in einer 2. Fremdsprache (Französisch oder Latein) erhalten diese Kinder dann jeweils zwei Wochenstunden in beiden Fremdsprachen (Französisch und Latein). Den in den beiden anderen Stunden versäumten Stoff müssen diese Schüler dann selbstständig erarbeiten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in einem Fach (zum Beispiel in Mathematik) am Unterricht in einer höheren Klasse teilzu­nehmen.

      Über die von Lehrern betreute Teilnahme an Wettbewerben ist eine Form der individuellen Förderung, die das selbstständige und kooperative Lernen in besonderem Maße fördert. Aus den Arbeitsgemeinschaften oder aus eigenem Antrieb (nach Information und Motivation durch die Fachlehrer/innen und Herrn Lange als Koordinator) entwickeln sich von der Erprobungsstufe bis in die Oberstufe hinein Projektarbeiten, die zu Wettbewerbsteilnahmen führen. Im Aufgabenfeld I sind vor allem die Fremdsprachen- und Schreibwettbewerbe zu nennen, Wettbewerbe zur politischen Bildung und der philosophische Essay-Wettbewerb gehören in das Aufgabenfeld II, und aus dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeld stammen die „Olympiaden“ (Mathematik, Biologie, Physik, Chemie), der Känguru-Wettbewerb, „bio-logisch“, „freestyle physics“ und „Chemie entdecken“.

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