Individuelle Förderung

Ansprechpartnerin
Koordinatorin für
individuelle Förderung:
Corry Berten

Bevor wir die Eckpunkte unseres Förderkonzeptes am Thomaeum darstellen, möchten wir das Schwerpunktthema des neuen Schulgesetzes in den theoretischen Zusammenhang einbetten, in den es die nordrhein-westfälische Bildungspolitik stellt.

„Ziel individueller Förderung ist es, eine Lernumgebung zu gestalten, die nicht nur auf Lernangebote, sondern auch auf Lernbegleitung und -beratung setzt. Individuelle Förderung zielt darauf ab, die Lernkompetenz von Schülerinnen und Schülern aufzubauen und zu verbessern.

Die individuelle Förderung stellt verschiedene Instrumente zur Verfügung, die es auch für die Begabungsförderung zu nutzen gilt. Im Sinne innerer Differenzierung stellen Lehrkräfte Aufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, nutzen offene und kooperative Lernformen und regen durch herausfordernde Lernangebote die Schülerinnen und Schüler an, ihre Potenziale auszuschöpfen.

Im Zentrum individueller Förderung stehen die Schülerinnen und Schüler, die durch selbstreguliertes Lernen ihre Potenziale voll zur Entfaltung bringen können. Um Kinder und Jugendliche hinreichend zu fördern, müssen Begabungen, aber auch Entwicklungsverzögerungen und Lernschwierigkeiten rechtzeitig erkannt werden.“

[Schule NRW. 8/06: 292-293]

Unser Konzept der individuellen Förderung enthält die folgenden Bestandteile und Vereinbarungen:

  1. Die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler ist primär die Aufgabe des jeweiligen Fachlehrers. Auf der Basis einer fundierten Diagnose geschieht dies durch:
    • individualisierende und differenzierende Elemente im Unterricht,
    • Beratung außerhalb des Unterrichts (in Pausen, in Sprechstunden, an Sprechtagen),
    • Lern- und Förderempfehlungen,
    • zusätzliche Lernangebote und Lernbegleitung (auch: Begabtenförderung)
    • Anregungen zur Teilnahme an Wettbewerben
  2. Die Klassenleitung übernimmt besondere Verantwortung für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten, vor allem dann, wenn die Versetzung gefährdet ist. Sie kann dabei im Einzelfall von Mentoren unterstützt werden. Wichtige Maßnahmen können sein
    • Gespräche und Vereinbarungen mit dem Schüler, in der Mittelstufe zum Beispiel mit Hilfe des Mentorensystems oder des Modells der „solidarischen Klasse“;
    • das Überwachen der Schülerarbeit (gegebenenfalls anhand eines Lerntagebuches);
    • der enge Kontakt zum Elternhaus
    • gegebenenfalls das Einfordern von zusätzlichen Leistungen (auch am Nachmittag).
  3. Die Schule organisiert systematische Förderung durch
    • Neigungskurse in der Erprobungsstufe,
    • die Orientierungsstunde in den 5. Klassen (Arbeitsverhalten, Sozialverhalten, Lernkompetenz),
    • die systematische, integrierte und aufbauende Vermittlung von Lernkompetenzen in allen Klassen,
    • je eine zusätzliche wöchentliche Unterrichtsstunde in Deutsch und Englisch in den 5. Klassen,
    • die Einrichtung von Förderkursen (Angleichungskursen) zum Ausgleich von Schwächen,
    • Begabtenförderung („Anreicherung“ zum Beispiel durch die Teilnahme an Wettbewerben),
    • bilinguale Unterrichtsangebote in der Mittelstufe (Business English and Economics in den Klassen 8/9, Erdkunde in englischer Sprache in der Klasse 9),
    • zahlreiche Arbeitsgemeinschaften und mehrere Schülerfirmen,
    • die nachmittägliche Hausaufgabenbetreuung,
    • Bereitstellung von Lernmaterialien in der Mediothek, die in erster Linie der selbstständigen Wiederholung und Vertiefung von Lernstoff dienen,
    • Kooperation mit der Wirtschaft, der Wissenschaft (Universität Duisburg-Essen) und anderen außerschulischen Partnern (zum Beispiel Beratungsstellen),
    • intensive Studien- und Berufswahlorientierung (Berufsorientierungsbüro in der Schule).

Eine Möglichkeit des erweiterten Lernens bietet das so genannte Drehtürmodell. Dieses bedeutet, dass begabte Schülerinnen und Schüler in einzelnen Fächern stundenweise vom Klassenunterricht entbunden sind und in dieser Zeit ein Thema ihrer Wahl vertieft bearbeiten können. Dies kann ein Referat, aber auch ein Wettbewerbsbeitrag oder eine besondere Leistung innerhalb einer Arbeitsgemeinschaft sein. Die betreffenden Schüler werden dabei durch einen Lehrer ihrer Wahl (Mentor) begleitet und beraten.

Im Schuljahr 2007/2008 haben wir außerdem mit dem Projekt „Schüler helfen Schülern“ zur individuellen Förderung begonnen. Damit bieten wir schulintern organisierten Nachhilfeunterricht für Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-9 in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik, Französisch und Latein an. Je nach Wunsch werden die Schüler/innen einzeln oder in Gruppen von bis zu maximal vier Schülern unterrichtet. Der Unterricht wird von geeigneten Schülerinnen und Schülern der Stufen 10-12 erteilt. Auf diese Weise haben schwächere Schüler die Möglichkeit, den Unterrichtsstoff mit guten Schülern gemeinsam zu erarbeiten und zu wiederholen. Andererseits übernehmen stärkere Schüler soziale Verantwortung und gewinnen auch für sich an persönlicher, sozialer, methodischer und Fachkompetenz.

KontaktImpressumDatenschutzSitemap © 2017 Städtisches Gymnasium Kempen