Arbeits- und Sozialverhalten

Dokumentation des Arbeits- und Sozialverhaltens auf Zeugnissen

Das Arbeits- und Sozialverhalten sowie besonderes Engagement werden in allen Jahrgangsstufen auf dem Zeugnis dokumentiert, wenn es positiv oder negativ auffällig ist. Beim Arbeitsverhalten werden die Bereiche „Lern- und Leistungsbereitschaft“, „Zuverlässigkeit und Sorgfalt“ sowie „Ausdauer und Belastbarkeit“ unterschieden, während das Sozialverhalten „Hilfsbereitschaft und Achtung anderer“, „Kooperations- und Konfliktfähigkeit“ und „Mitgestaltung des Gemeinschaftslebens“ besonders berücksichtigt.

Bei Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten handelt es sich in der Regel um Einschätzungen auf der Grundlage von Langzeitbeobachtungen. Es geht um fächerübergreifende Kompetenzen und Einstellungen. Diese Einschätzungen stellen keine Aussagen über Persönlichkeitsmerkmale oder Charaktereigenschaften dar. Sie sind immer im Verhältnis zum Lernen und in der Beziehung zu den Mitmenschen am Arbeitsplatz zu sehen. Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten auf Zeugnissen sowie die Würdigung außerunterrichtlichen und außerschulischen Engagements beziehen fachliches Lernen ebenso ein wie Aspekte des sozialen Lernens und der Entwicklung der Persönlichkeit. Zentrales Argument für die Beobachtung und Erfassung des Arbeits- und Sozialverhaltens ist also die Förderung personaler und sozialer Kompetenzen, die die Kinder und Jugendlichen neben fachlichen Qualifikationen brauchen, um im Alltag, Studium und Beruf bestehen zu können. Es ist eine Rückmeldung an Schüler und Eltern, die die wechselseitige Erziehungsverantwortung und die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule stärken soll.

Hinzu kommt, dass fachliche Defizite und unbefriedigende Lernfortschritte nicht selten ihre Ursache in einer unzureichenden Entwicklung selbstständiger Arbeitsweisen und angemessener Sozialkompetenzen haben. Individuelle Förderung muss deshalb neben fachlichen Aspekten im engeren Sinn auch altersangemessene Arbeits- und Sozialkompetenzen stärken. Die Rückmeldungen, die Schüler und Eltern über die personalen und sozialen Kompetenzen erhalten, dienen als Grundlage für Beratung und Förderung. Im Gespräch ist zu überlegen, welche Fördermöglichkeiten in Schule und Unterricht bestehen und wie diese durch Eltern unterstützt werden können.
Die Schulkonferenz hat als Grundsatz beschlossen, dass Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten in den beschriebenen Bereichen

  • in allen Jahrgangsstufen auf dem Zeugnis dokumentiert werden, wenn das Verhalten positiv oder negativ auffällig ist,
  • in der Regel nur dann aufgenommen werden, wenn das Verhalten im Laufe des Halbjahres vorher mit Schülern und Eltern persönlich thematisiert wurde und mögliche Folgen aufgezeigt wurden,
  • diagnostisch (und nicht appellativ) formuliert werden und sich an Formulierungshilfen orientieren, die die Lehrerkonferenz aufstellt.

Gemäß Schulgesetz NRW entfallen Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten auf Abschluss- und Abgangszeugnissen. Während die Schulkonferenz die Grundsätze beschließt, entscheidet die Zeugniskonferenz im Einzelfall.

Bei der Einschätzung des Arbeits- und Sozialverhaltens zu beachtende Gesichtspunkte sind:
Transparenz, Einheitlichkeit, Nachvollziehbarkeit in der Anwendung, Vergleichbarkeit sowie die Möglichkeit der Förderung und Entwicklung des Verhaltens. Das zu erfassende Merkmal des Arbeits- und Sozialverhaltens sollte nicht schon großenteils in der Leistungsnote enthalten sein – wie es bei der „Sonstigen Mitarbeit“ der Fall ist.

Zur Konkretisierung, Beobachtung und Bewertung der einzelnen Kompetenzbereiche können verschiedene Indikatoren herangezogen werden:

Kompetenzbereich Indikatoren: Die Schülerin oder der Schüler…
Arbeits-
verhalten
  1. Lern- und Leistungsbereitschaft
  • lässt sich auf unterschiedliche Anforderungen ein
  • arbeitet aufmerksam und konstruktiv im Unterricht mit
  • zeigt Interesse an neuen Themen und Aufgabenstellungen und nimmt diese in Angriff
  • ist bereit zur Übernahme zusätzlicher Aufgaben
  • ist bereit, eigene Arbeitsschritte zu planen und umzusetzen
  1. Ausdauer und Belastbarkeit
  • strengt sich auch bei ungeliebten Aufgaben und Anforderungen an
  • arbeitet auch über einen längeren Zeitraum an einem Thema
  • gibt auch bei Schwierigkeiten nicht gleich auf
  1. Zuverlässigkeit und Sorgfalt
  • erledigt Aufgaben vollständig und termingerecht
  • führt Hefte und Arbeitsunterlagen ordentlich und nach den vereinbarten Vorgaben
  • hält Lern- und Arbeitsmaterialien in ordentlichem Zustandbereit
Sozialverhalten
(im weiteren schulischen Kontext)
  1. Hilfsbereitschaft und Achtung anderer
  2. Kooperations- und Konfliktfähigkeit
  3. Mitgestaltung des Gemeinschaftslebens
  • verhält sich in Wortwahl und Ton angemessen und wendet auch keine verbale Gewalt an
  • respektiert das Verhalten, die Meinung und das Aussehen anderer Menschen und begegnet ihnen mit Respekt und Höflichkeit
  • hält vereinbarte Regeln ein und beachtet Höflichkeitsformen
  • nimmt Rücksicht auf andere
  • erscheint pünktlich zum Unterricht und zu vereinbartenTerminen
  • hält Absprachen gewissenhaft und zuverlässig ein
  • geht mit Büchern, Materialien, Geräten usw. verantwortungsbewusst und sachgerecht um
  • beachtet insgesamt die Schulordnung (die Regeln des Zusammenlebens, wie sie im Schulprogramm niedergeschrieben sind)
  • erkennt unterschiedliche Ideen an und trägt dazubei, eine gemeinsam getragene Lösung zu finden
  • erkennt Leistungen anderer an, hört angemessen zu und lässt andere ausreden
  • hört zu, wenn Kritik an der eigenen Leistung oder dem eigenen Verhalten geübt wird, und ist bereit, sich mit der Kritik auseinanderzusetzen
  • nimmt Konflikte mit anderen wahr, spricht diese angemessenan und sucht sie mit friedlichen Mitteln zu lösen
  • „löst“ Konflikte nicht auf Kosten anderer (behandelt andere nicht herablassend oder macht sich über sie lustig)
  • setzt sich für Belange anderer oder der Gruppe ein
  • nimmt verantwortungsbewusst Aufgaben und Pflichten für die Klasse/Gruppe/Schule wahr
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