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Unsere Schule

 

Op-Art-Fries im Pädagogischen Zentrum

 

 

Einleitende Vorbemerkungen zum über 70 Meter langen Op – Art – Fries im PZ des Gymnasiums Thomaeum, Kempen am Niederrhein

von Reinhardt Heinen

Kempen, 2006/07

Als Herr Kaum und ich im Januar des Jahres 2006 einmal im PZ unserer Schule standen und gemeinsam darüber plauderten, wie man das triste PZ durch ein neues Gestaltungsprojekt „irgendwie verschönern“ könne, da wurde mir – ich muss das zugeben – angesichts der dort zu bearbeitenden Flächen schon ein wenig „mulmig“ zu Mute, hatte sich an solchen Dimensionen nicht schon so mancher Bildender Künstler die Zähne ausgebissen. Die in Frage kommende Gesamtfläche, nämlich der vorstehende Wandverlauf unterhalb der Brüstung, war zwar nur einen Meter hoch – aber ca. 75 Meter lang!

Zwei zentrale Fragen standen sofort im Raum: WAS soll man machen und MIT WELCHEN Schülern soll man es machen?  Welche Schülergruppe war lange genug motivierbar, um konzentriert ein derartiges Projekt zu realisieren?

Ein Blick ins Internet war für mich auch nicht gerade erbauend: Graffiti, so weit das Auge reicht. Dem wollte ich mich nicht unbedingt anschließen (ohne hier diese Kunstform negativ darstellen zu wollen).

Nein, es sollte etwas sein, das bereits auf zuvor im Unterricht Erarbeitetem aufbaute und dennoch die Schüler darüber hinaus zu Aspekten und Einsichten führen konnte, die so im Kunstunterricht nicht oder nur sehr schwer hätten realisiert werden können. 

Für die Durchführung dieses Projektes schienen mir nach längerer Überlegung die damaligen 9. Klassen mit insgesamt 80 Schülern sehr geeignet, da ich, wie es der Zufall wollte, gerade alle drei Klassen in Kunst übernommen hatte und ich sie auch schon größtenteils im 5., 6. und 7. Schuljahr unterrichtet hatte.

Die somit wesentlichen und von allen Schülern beherrschten Vorkenntnisse und künstlerisch - praktischen Verfahrensweisen waren wesentlich sowohl Farbdifferenzierungen allgemein als auch in Bezug auf definierte vorgegebene Farbtonverläufe (7. Schuljahr) und drittens perspektivische Systeme von der Parallelperspektive bis hin zu Systemen mit drei und mehr Fluchtpunkten (9. Schuljahr).

Dies zusammen genommen konnte für die auszuwählende Thematik nur eins bedeuten: der Themenkomplex „OP – Art“ geriet ins Visier und mit ihm der ungarische Künstler Victor Vasarely.

Nachdem nun die formalen wie auch die Aussagekriterien der Op – Art allgemein thematisiert waren, wurden jeweils Gruppen zu zwei Schülern, also insgesamt 40 Gruppen, gebildet, die jeweils eine Variation auf ein Gemälde von Vasarely zu erstellen hatten. Wesentlich war hierbei nicht so sehr die formale Nähe zu Vasarely sondern die Fähigkeit, aus dem Gelernten eine eigene Bildkomposition zu entwickeln.

Gemalt wurde mit bestem Acryllack auf 40 feinsten Tischlerplatten, je ca. 100 x 150 cm, geliefert von der Firma Angenheister, Kempen, die auch die spätere Installation der Platten vornahm.

Besonders beeindruckend war für mich eine Art gruppendynamischer Prozess, der die Schüler zusammen „schmelzen“ ließ. Disziplinarische

Probleme, wie es sie ja häufig bei derartigen Veranstaltungen geben mag, existierten nicht. Selbst an zwei Projekttagen, die den Fries zur Vollendung brachten, wurde von allen pausenlos und konsequent gearbeitet.

Somit möchte ich an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Schüler richten, die an diesem OP – Art – Fries mitgearbeitet haben.

Und nun folgen einige allgemeine Worte zum Op – Art – Fries. Einzelbildanalysen werden sich anschließen.

Man kann die hier gezeigten Themenvariationen „grob“ in vier Einzelaspekte zergliedern:

1.       Das „Prinzip Zebra“. Es setzt sich gestalterisch mit vielen eng aneinander liegenden Linienverläufen auseinander, die zu einem Zebra – Muster werden können und damit bestimmte formale wie auch inhaltliche Aspekte transportieren.

2.       Das „Prinzip Kreis zur Kugel“. Die Op – Art arbeitet sehr häufig mit Kreis- und Kugelformen, variiert sie und spielt mit den räumlichen Wirkungen.

3.       Das „Prinzip der räumlichen Verklappungen“. Scheinbar perspektivisch richtige Einzelangaben innerhalb eines Körpers werden so miteinander verschachtelt, dass jegliche Eindeutigkeit in Bezug auf die jeweilige perspektivische Ausrichtung entfällt. Der Körper kann somit wahlweise aus verschiedenen Blickrichtungen wahrgenommen werden.

Ich möchte an dieser Stelle auch an die Grafiken eines M.C. Escher erinnern, die sich mit ähnlichen formalen Problemen befassen.

4.       Das „Prinzip Meditationsbild“. Viele der Arbeiten, die sie sehen werden, besitzen einen ausgesprochen meditativen Charakter. Dies liegt in vielen Aspekten der Op – Art begründet und wird im Einzelfall auch thematisiert werden.

Und nun wünschen  ich und meine Schüler Ihnen allen interessante Beobachtungs- und Studienerlebnisse beim Betrachten unseres Op – Art – Frieses im PZ des Gymnasiums Thomaeum in Kempen

 

Reinhardt Heinen

Kempen im Januar 2007

    

 

Stephan Makowski

Christian Matoni

Wir sehen eine sehr sorgfältig ausgearbeitete „Kugelverschachtelung“,

die die Kugel in vier Einzelelemente zergliedert und sowohl auf der Fläche als auch in der virtuellen Dreidimensionalität Spannung und Gegenspannung erzeugt.

Die feinen ins Rot laufenden Ockerdifferenzierungen auf den Kugelteilen unterstützen den räumlichen Eindruck vor einem flächigen aus schwarzen Kreisen auf roter Fläche bestehenden Hintergrund.

Eine in Planung und Durchführung sehr disziplinierte Arbeit, die gerade auch durch die Reduktion  der Farbpalette  besticht.

 

 

 

Henning Hanisch

Andreas Tißen

 

Ein visuelles Spielfeld, auf dem geometrische Basisformen eine dekorative Wirkung erzeugen.

Drei bunte Grundfarben (die drei „klassischen“ Primärfarben Gelb, Rot, Blau) und die beiden unbunten Grundfarben Schwarz und Weiß bestimmen die harmonische Farbkomposition.

 

 

 

Fabian Mögenburg

Peter Schuster

(Hilfestellungen bei den Farbübergängen durch R. Heinen)

 

Auf der Basis einer scheinbar verschachtelten perspektivischen Konstruktion beschreibt die Gesamtform des Kubus eine Art „Zacken“, der einem Blitz gleich von rechts oben nach links unten zu „schießen“ scheint.

Die Farbübergänge, bei denen ich (dies soll kein Geheimnis sein) den Schülern etwas zur Hand ging (es ist handwerklich sehr schwer, derartige Farbübergänge in Acryl zu realisieren), geben dem Auge des Betrachters wenig Ruhe und unterstützen somit den dynamischen Charakter des Kubus.

 

 

 

Apolonia Gottwald

Sarah Wasseige

 

Diese Arbeit zeigt uns ein zunächst ruhig wirkendes Meditationsbild, das jedoch durch die gestaltpsychologisch visuell – interpretatorische Möglichkeit, die Bildelemente räumlich wahlweise vor und zurück oder sogar abwechselnd, quasi pulsierend, schwingen lassen zu können, sehr stark in räumliche Bezüge gerät, die rein im Bewusstsein bzw. im räumlichen Vorstellungsvermögen des Betrachters liegen.

Dieser „Effekt“ ist ein wesentliches Anliegen der OP – Art.

Ideal wäre eine „Betrachtungskompetenz“, die das zentrale schwarze Feld  in eine gleichmäßige pendelförmige Schwingung versetzt und somit ein visuelles Erlebnis für „Geist und Bauch“ (denn die Wirkung kann auch körperlich empfunden werden) ermöglicht.

 

Sophie Schürenberg

Laura von Gehlen

 

Wir sehen eine dekorativ angelegte Kreisvierung, die besonders durch Hell – Dunkel – Kontraste (zunächst die Kreise im Vergleich zum sehr viel dunkler gestalteten Hintergrund, ferner die Hell – Dunkel – Beziehungen innerhalb der Kreise) und jeweils diagonal konzipierte Farbverlaufumkehrungen (Rot/Weiß – Weiß/Rot und Rot/Orange – Orange/Rot) konsequent komponiert ist.

 

Amadeus Angenendt

Sven Manthe

 

Klar angeordnete die Bildstruktur beschreibende Linien- bzw. Farbstrichführungen regen hier das Auge des Betrachters an, ohne es zu sehr zu irritieren. Eine zunächst fast chaotisch erscheinende Bildstruktur ordnet sich zu einer Komposition mit klaren diagonal oder auch halbkreisförmig angelegten Linienverläufen.

Etwas „provokativ – anregend“ scheint sich eine rote kreisförmig ausdehnende Welle von links oben in das Bild zu schieben.

 

 

Gilles Dupont

Tobias Noffz

 

Wir sehen eine Arbeit zum Thema des vierfach angelegten Kreises, wie es als grundsätzliches Kompositionsprinzip häufiger zu finden ist.

Diagonal zugeordnete positiv – negativ – Farbverlaufumkehrungen (Grün/Weiß – Weiß/Grün und Rot/Weiß – Weiß/Rot) sind als typisches Kompositionselement klar zu erkennen.

Die schwarzen Horizontalen erzeugen zusätzlich eine räumliche Wirkung.

 

 

Katharina Wilms

Felicia Lange

Vor schwarzem Hintergrund schiebt sich ein räumlich mehrdeutiger parallelperspektivisch konstruierter Körper mit vielen inneren Farb – differenzierungen scheinbar von links oben diagonal nach rechts in das Bild hinein. Der Betrachter ist aufgefordert, die vielfältigen räumlichen „Verklappungsvarianten“ zu erkennen und – auf hohem Reflexionsniveau – rhythmisch wechselnd in seinem Geist schwingen zu lassen. Eine höhere Dimension scheint sich uns zu offenbaren.

Optisch interessant und für die Kompositionsstruktur unerlässlich sind ferner die wie leichte Weiß – Filter wirkenden streifenförmig angeordneten Hell – Abtönungen (übrigens nur sehr schwer in einem derartigen Farbensemble abmischbar).

 

Martin Lieberknecht

Vitalij Seifert

Viktor Malinowski

Sowohl die Blau – Weiß – Abstufungen im oberen Bereich als auch die Rot - Gelb – Abstufungen im unteren Bildbereich erzeugen einen räumlichen Bezug, der dem Betrachter einen Weg zu einem in Weiß „getauchten“ hellgrünen (Erlösungs?) – Tor zu zeigen scheint, auch wenn die im unteren Halbkreis angeordneten Rot – Orange – Gelb – Differenzierungen zunächst zweidimensional – flächig deutbar sind.

Der dominante Warm – Kalt – Kontrast (Blau zu Rot/Orange) des Bildes ist verantwortlich für die innere Farbspannung dieser in ihrer Klarheit und Reduktion sehr überzeugenden Arbeit.

 

Patrik Dufeu

Christian Hermanns

 

Wir sehen eine Arbeit zum „klassischen“ Thema der Op – Art, nämlich der perspektivischen „Verklappung“ und damit der Möglichkeit, Objekte im Raum wahlweise aus verschiedenen perspektivischen Blickwinkeln zu sehen, etwa sowohl aus der Auf- wie auch aus der Untersicht.

Rhythmisch angeordnete Bunt – bzw. Unbunt – Farbabstufungen erzeugen einerseits Spannungsbezüge, harmonisieren andererseits aber die Gesamtwirkung des Bildes.

 

Cristina Brenneisen

Carina Weger

 

Das Thema der großen, auf vielfältige Weise gestaltbaren Kugel.

Vor einem rosa – hellrot gestalteten und durch kleine schwarze Kreisflächen strukturierten Hintergrund schwebt sanft eine große hellgrüne Kreisfläche, die in ihrer Binnenstruktur durch kleinere überlagerte rote Kreis – und Ovalformen, die sie wie in einer Kugelform netzförmig zu  umspannen scheinen, optisch zur großen schwebenden Kugel zu werden scheint.

Die Einfachheit des Bildaufbaus bewirkt eine starke innere Monumentalität dieser überzeugenden Schülerarbeit.

 

Lena Neeten

Marieke Czwikla

 

Wir sehen eine dekorative Kreisvierung, ein großes Thema der Op – Art. Diagonal angeordnete Farbumkehrverläufe in den Kreisen (Rot/Orange – Orange/Rot und Blau/Weiß – Weiß/Blau) bestimmen die Farbzusammenhänge.

Ferner ist an dieser Arbeit interessant, dass sich die Farbumkehrverläufe auch in den jeweiligen Hintergrundzonen der vier Kreise so wiederholen, dass der wärmere den kälteren umgibt bzw. umgekehrt. Übergesetzte Linien unterstützen die Räumlichkeit.   

 

Jan Haaker

Marius Nowacki

 

Bei dieser in sehr geschwungenen Gesamt – und Einzelformenformen gestalteten Malerei werden Assoziationen möglich: sind es lediglich Warm – Kalt – Durchdringungen, die sich zu einer dynamischen Gesamtformation  steigern, oder ist dort in der Mitte nicht auch ein zentrales Auge zu erkennen, das uns – merkwürdig verschachtelt – anschaut?

 

Verena Schön

Anna Becker

 

Wir sehen eine viergeteilte Kugelverschachtelung, wobei das linke obere bzw. das rechte untere Kugelviertel vom Mittelpunkt abgewandt

erscheint. Der Hintergrund ist geometrisch klar durch rasterförmig angeordnete kleine schwarze Kreise auf „rosa“ Hintergrund strukturiert.

Dieses Gestaltungsprinzip wird innerhalb der Kugeln übernommen; darüber hinaus wird die Plastizität der Kugelfragmente durch Farbton aufhellende Abmischungen einerseits und andererseits durch die räumliche Ummantelung der variierenden Grün – Kreise erzeugt. Die Arbeit überzeugt durch die Präzision in der Durchführung.  

 

Lisa Peters

Jens Hoffrichter

 

Wir sehen hier eine sehr sorgfältig ausgeführte Arbeit zum Thema der räumlichen Verschachtelungen von perspektivischen Unter- und Aufsichten, wie es in verschiedenen Arbeiten des Frieses in Variationen diskutiert wird.

Hier erscheint eine perspektivisch mehrdeutige Körperkonstruktion, der ein „bunter“ Farbteppich ein hohes Maß an Lebendigkeit verleiht. Dennoch sind die Farbwerte einander so zugeordnet, dass sie die Raumstrukturierungen nicht überlagern oder stören.

 

Saskia Syben

Christine van Stiphoud

 

Eine Arbeit, die sich durch äußerste Konzentration in der Durchführung auszeichnet.

Zentral im Bild schwebt eine große, durch das innere Weiß aus sich selbst heraus strahlende und in ein „äußeres“ Blau eintretende Kugel, deren netzförmige rote Kreis – bzw. Ovalummantelungen sowohl Kugel beschreibend als auch in räumlicher Distanz zu ihr gedeutet werden können.

Die vielen kleinen rasterförmig blau auf dunkelrosa angeordneten Kreise mögen fraktal – holographische Unterformen sein,  die vor einem „Big Bang“ stehen.

 

Marc Tacha

Reinhardt Heinen (es juckte mir zu sehr in den Fingern)

 

Eine schlichte Rot – Blau – Durchdringung, wobei sich die schrittweisen Aufhellungen in jeweils umgekehrter Richtung zueinander von oben nach unten (Blau) und von unten nach oben (Rot) bewegen.

 

Benedikt Rechner

Tim Lohse

Hier blickt uns eine in ihrer inneren Vielfalt sehr gelungene Arbeit entgegen.

 Die farblichen Umkehrungen in den inneren Verläufen der jeweils gegenüber liegenden Eckkreise und auch die komplementären Rot – Grün – Bezüge, kreisförmig in je 36 Ausmischungen  nebeneinander zwischen den Eckkreisen angelegt, sind konsequent strukturiert und bilden den äußeren kompositionellen Rahmen für den zentralen und dominanten Bunt – Unbunt – Kontrast der Gesamtkomposition, der aus dem sichtbaren Nebeneinander der zentralen Unbunt – Beziehungen und den periphären Bunt – Differenzierungen entsteht.

 

Imke Dohr

Marie Bacher

 

Eine Arbeit, die jugendliche Fröhlichkeit vermittelt und in ihrer Beschwingtheit Parallelen zu frühen Animationsfilmen der Pop – Art aufweist, man denke etwa an Trickfilme wie „Yellow Submarine“ von den Beatles.

(Ein Hinweis auf die so genannte „psychodelische Kunst“, die ab Ende der 1960er Jahre experimentierte und akustische Klang- und visuelle Farberlebnisse synästhetisch zu vereinen suchte, darf an dieser Stelle gegeben werden).

 

Julien Dupont

Roman Erkens

 

Vor bräunlichem Hintergrund entwickeln sich zunächst dunkle, fast schwarze Kreisflächen zum Mittelpunkt hin zunehmend in eine hell – ockergelbe zentrale Helligkeit hinein. Farblich interessant sind die mittleren Abstufungen mit ihren spürbaren leichten Blau – und Rot – „Einhauchungen“.

Die vier zentralen hellen Kreisflächen können von ihrer räumlichen Bedeutung her sowohl nach vorne als auch nach hinten hin gedeutet werden. Man ist aufgefordert, beide Varianten wechselweise zu erleben.

 

Monika Hesse

Viola Paas

 

Diese an gotische Kathedralen erinnernde Rosettenkonstruktion (man denke an die architektonischen Gestaltungswunder über gotischen Eingangsportalen), die in ihrer Zentralität die Komposition beherrscht,

wird wesentlich durch die komplementäre Beziehung Rot – Grün gestaltet, wenngleich auch in vielen Abstufungsnuancen. Im Zentrum leuchtet der gelbe, feingliedrige Stern, von dem alle Strahlung ausgeht.

Die vier äußeren Eckkreise wiederholen und variieren das Grundmotiv in dekorativer Weise. Eine schöne, zur Meditation aufrufende Arbeit.

 

Katharina Elsemann

Christin Driedger

 

Ein parallelperspektivisch klar strukturierter Ausschnitt aus einer Endlosfolge von aneinander gereihten würfelähnlichen Kuben, die sowohl durch die reinen Farbwerte als auch durch ihre Hell - Dunkel­ – Beziehungen (so genannte koloristische und valoristische Beziehungen) rhythmisch unterstützt wird.

So gleitet das Auge des Betrachters sanft über diese scheinbar elektronenmikroskopisch entdeckte atomare Oberflächenstruktur, wie sie z.B. manchen Metallen zu eigen zu sein scheint.

 

Kirsten Böckelmann

Karolin Rübo

 

Das Prinzip des räumlich mehrdeutbaren Kubus, auf seine  Grundform reduziert. Wahlweise können die zwei Verklappungsvarianten im Geist des Betrachters erzeugt werden. Mit etwas Übung vollzieht sich die Wechselwirkung fast  „automatisch“.

Darüber hinaus weist der Kubus interessante die Mehrdeutigkeit der räumlichen Beziehungen unterstützende Farbdifferenzierungen auf.

 

Christian Schreiner

Nelson Darkwah – Oppong

 

Wir sehen einen mathematisch perfekt konstruierten „fraktal“ ineinander verschachtelten würfelförmigen Kubus vor intensiv rotem Hintergrund. Die Ausarbeitung einer derartigen Komposition setzt schon im Anfangsstadium der reinen Konstruktion eine hohe konzeptionelle Klarheit voraus.

Der kleine zentrale Kubus wirkt wie auf einer Kugel zunehmend „aufgefächert“ und vollzieht somit eine „Einheit“ von Kubus und Kugel. Die scheinbaren Lichtverhältnisse des Gesamtkörpers bleiben jedoch stets so, dass die Würfelform durch eine hellere, eine mittlere und durch eine dunklere Seitenfläche dominant erhalten bleibt.

 

Sarina Naber

Jana Koltermann

 

Eine Arbeit, die wie andere Arbeiten innerhalb des Frieses auch an die Zeit der Pop – Art – Animationsfilme erinnert. Alles scheint sich auf einen zentralen Mittelpunkt zu zu bewegen. Eine fröhliche, beschwingte Farben- und Formenrhythmik ist das Thema der Arbeit, die wie eine Momentaufnahme aus diesen Filmen zu wirken scheint.

Ferner erinnert das Bild auch an die verspielten Einzelformen des New Yorker Künstlers Richard Lindner. Auch er könnte hier Pate gestanden haben.

 

Simone Neeten

Indira Richter

 

Vor uns haben wir eine überzeugende Arbeit zum Thema der räumlich mehrdeutigen kubischen Formen.

Die farbliche Beschränkung auf Rot – Hell – Dunkel – Beziehungen beschreibt konsequent die Formzusammenhänge und verdeutlicht sie. Das sichtbare Resultat dieser Abmischungsverläufe scheint ein inneres Leuchten des Körpers zu bewirken. Besonders interessant ist die Komplexität dieser nach Weiß bzw. nach Schwarz verlaufenden Rotdifferenzierungen.

 

Julian Keens

Thomas Stein

 

Wir sehen eine bis auf die zentral – gegenständliche Würfelform abstrakte gelb – ockerne schwebende flächig wirkende Gesamtform vor bildmittig vertikal rot - schwarz -  geteiltem Hintergrund. Hellblaue Schwingungen scheinen von dem Würfel auszugehen.

Der Reiz der Arbeit liegt im Kontrast dieser gegenständlichen Einzelform zum gegenstandsunabhängig gestalteten Umraum.

Die Komposition ist streng und beschränkt sich auf die wesentlichen Elemente.

 

Martin Markov

und andere

 

Vor einem grün – blau kombinierten „Schachbrettmuster“, das ähnliche Hell – Dunkel-Werte aufweist (valoristische Bezüge) und  somit einen fast monochromen Gesamteindruck erzeugt, schwebt großflächig eine gelb – rote und ebenfalls schachbrettförmig gestaltete Kugelform; eine umspannende „Sonne“, die sehr hell aus dem Dunkel heraus zu leuchten scheint. Hierfür verantwortlich ist eine „doppelte“ Wirkung von Hell – Dunkel – und Warm – Kalt – Kontrast. 

 

 

Frederike Plieth

Nathalie Otto

 

Wir sehen erneut eine sehr fröhliche Arbeit, die gestalterische Bezüge  zwischen Op – Art und Pop – Art aufweist. Trickfilmelemente stehen auch hier wie bei anderen Arbeiten im Vordergrund.

Man entwickelt Bezüge zum New Yorker Pop – Art – Künstler Richard Lindner, während der Blick sanft zum Bild- und Raummittelpunkt schwebt, auf den alles in geschwungenen Bewegungen zuzuströmen scheint.

 

Gero Brixius

Nils Pätzold

 

Der einfache konzeptionelle Aufbau des Bildes (er-)klärt sofort den stark meditativen Charakter des Bildes.

Je nach geistigem Vorstellungswillen des Betrachters kann das mittlere schwarze Feld entweder nach vorne oder nach hinten streben; der räumliche Bezug ist, wie häufig bei diesen Meditationsbildern, „wahlweise“ möglich und sollte im Geiste abwechselnd vollzogen werden.

Speziell bei dieser Arbeit sollte das schwarze Quadrat im Geiste „pendeln“, schwingen. Der Körper des Betrachters wird zum Klangkörper der Schwingung.

 

Max Steinkamp

Philipp Herkenrath

Dominik Holzaht – Grimme

 

Erneut eine Arbeit zum Thema der „großen“ Kugel, hier als schwarz – rot – blauer Dreiklang die Kugel in senkrechte Streifen teilend. Diese „Längengrade“ erzeugen die räumliche Wirkung der Kugel. Im mittleren Bereich der Kugel leuchtet uns starkes Rot entgegen. Der Hintergrund erscheint als rotes Kachelmuster mit hellgrauen Fugen.

Das Bild besticht durch Klarheit der Reduktion der Einzelelemente. 

 

Christian Bösel

Christian Ploenes

 

Ein Meditationsbild zum Thema der Möglichkeit der pendelförmigen Schwingung des mittleren schwarzen Quadrates in der geistig – räumlichen Vorstellungswelt des Betrachters.

Unser Bild ist aufgebaut auf einem Schwarz – Blaugrau – Klang, wobei die Blau – Grau – Töne zur Mitte hin eine stufenweise Aufhellung erfahren.

 

 

Sebastian Stegmanns

Christoph Parnitzke

Franz Jonen

 

Scheinbar treppenstufenförmig schichten sich die Raum bestimmenden Angaben von allen Seiten bis hin zum gelben „Mitteltor“. Hell – Dunkel – und Warm – Kalt – Kontrast sowie der farbpsychologisch als stärkster Farbkontrast überhaupt bekannte Schwarz – Gelb – Kontrast steigern die Farbdramatik der Arbeit hin zu einem kleinem „Farbinferno“ mit gleichzeitigen starken räumlichen Bezügen. Die schwarz gesetzten Konturen verstärken diesen Eindruck noch.

 

Lea Tholen

Kerstin Barbian

Eine weitere Arbeit zum  Op – Art – Thema  „Große Kugel“, wobei die Kreisform als solche sowohl im Hintergrund vor hellgelbem Grund als auch innerhalb der Kugel Form beschreibend ist. Die inneren Kreisformen beschreiben die Plastizität der Kugel, die auch durch Grün – Differenzierungen der Kugeloberfläche unterstützt wird.

Die sehr fein aufeinander abgestimmten Farbtöne gestalten sich zu einer dezent – harmonischen Ton – in – Ton – Malerei.

 

 

Melanie Stier

Julia Bauer

 

Wir sehen eine scheinbare Endlosfolge würfelähnlicher Kuben, die zum Bildzentrum hin an ihren hellen Seiten eine „Ocker – Abdunklung“ erfahren, bevor sie in einem schwarzen Mittelbereich „versinken“. Die Struktur des Gitters scheint nicht mehr genügend Halt zu bieten.  Ein (gewaltsamer?) Durchbruch wird erahnbar, ein „schwarzes Loch“, das alles zu verschlingen scheint.

Eine Arbeit, die bewusst Unruhe und Nachdenklichkeit im Betrachter erzeugen will.

 

Steffen Kreutz

Felix Woitschig

 

Vom Aufbau und seiner optischen Wirkung her kann dieses Bild als „psychodelisch“ bezeichnet werden, jener Kunstform, die am Ende der 1960er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sowohl die Pop – Art als auch die Op - Art bereicherte, wobei viele der damaligen Künstler, die heute Weltruhm erlangt haben (es sei an diese Stelle erwähnt),  mit Drogen experimentierten.

Diese Malerei sollte  das Bewusstsein des Menschen erweitern und ihn in höhere Daseinsformen „transformieren“.

Psychodelische Kunst schließt sich oft dem Prinzip „Yellow Submarine“, wie wir es hier bei einigen Arbeiten finden, an, strukturiert sich  jedoch in komplexere Einzelformen hinein. 

 

Jan Schumacher

Sven Wolff

 

Eine Arbeit zum Thema der Vierung des Kreises mit diagonalen Farbumkehrverläufen, wobei eine kleinere Kreisform sowohl im Zentrum als auch Viertel – und Halbkreisformen an den Ecken und in den mittleren Zwischenräumen  dieses Hauptthema dekorativ rot – blau verklappt  wiederholen. Die diagonalen Farbverlaufumkehrungen in den großen Kreisen und das rot – blaue Wechselspiel des Hintergrundes erzeugen einen ruhigen, dekorativen Charakter.

 

Stefanie Gerlach

Lukas Graap

 

Die große zentrale Kugel wird auch in dieser Arbeit zum Thema erhoben. Kleinen ockerfarbenen Kreisen stehen im Hintergrund vor blauem Urgrund  grüne Quadrate gegenüber, doch vor allem und im Zentrum schwebt die große rote Kugel, deren Plastizität durch hellblaue Längen – und Breitengrade definiert wird.

 

Yannik Zilken

Max Hamelmann

 

Wie eine Momentaufnahme aus einem aus Quadraten bestehenden Rotationsgebilde tritt uns diese kontrastreiche Arbeit entgegen. Dominant ist auch hier der Bunt – Unbunt – Kontrast (Schwarz zu bunten  Grundfarben).

Versuchen wir, in unserem Geiste eine Weiterführung der Rotation zu erzeugen.

 

Muriel Pavao – Krüßen

Sarah Ackermann

 

Eine interessante Variante der Vier – Kreise – Umkehrabmischungen in den Bereichen Weiß – Grün und Grün – Ocker. Der Hintergrund wird durch ein weiß – rotes Gitternetz gestaltet, deren weiße Anteile sich diagonal verschoben und in der Strichführung enger vor den vier Kreisen befinden.

Das Prinzip ist ähnlich dem der Kugelklassifizierung, mit dem Unterschied, dass hier die Zweidimensionalität erhalten bleibt.